Juden in Ebersheim
Juden in Ebersheim sind seit Mitte des 18. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Es waren die Familien Berney, Goldschmitt und Simon. Später kamen noch die Familien Mayer, Kahn, Nathan und andere dazu. Sie waren voll in das Gemeindeleben integriert. Es ist besonders daraus ersichtlich, dass viele mit Spitznamen angeredet wurden. Sie waren im Gesangsverein, Feuerwehr und anderen Vereinen. Die Kinder waren in der katholischen Schwesternschule und in der Volksschule. Seit 1900 wurden es immer weniger. Der Grund dürfte in der allgemeinen politischen Entwicklung zu sehen sein. Außerdem besaßen die Juden kein Ackerfeld und waren deshalb nicht gebunden. Als Geschäftsleute gingen sie dorthin, wo sie die beste Existenz hatten. 1933 wurde ihnen das Leben zur Qual gemacht. Sie wurden aus den Vereinen ausgeschlossen, Kinder und Erwachsene beschimpft. Man verhinderte, daß die Bevölkerung bei ihnen kaufte. So zogen die Jungen und solche, die Geld hatten, nach Übersee, zum Beispiel Familie Mayer, Familie Nathan und die jungen Goldschmitts. Am 10. November 1938 wurde ihr Gotteshaus (“Synagoge”) abgebrannt. Daran erinnert heute eine Gedenktafel am alten Platz. In den Häusern von Bernhardd Goldschmitt, Leopold Goldschmitt, Nathan Goldschmitt, Rossel Goldschmitt und Sophie Berney wurde die Einrichtung zertrümmert und geplündert. Daraufhin zogen die restlichen 11 jüdischen Mitbürger zu Verwandten und Bekannten nach Mainz, wo sie 1941 nach Theresienstadt deportiert wurden. Richtung Zornheim ist heute noch der jüdische Friedhof.
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